Geh mal los fotografieren!

Motivation um mit dem fotografieren zu beginnen – ein Problem. Was soll man warum wie fotografieren? Ja, Du willst ein schönes Foto machen – aber was soll man fotografieren, wenn man bei schlechten Wetter im 100-Seelen Dorf auf dem Land wohnt? Da haben es doch die Freaks aus der Großstadt einfacher. Denkt man. In diesem Artikel möchte ich Dir ein paar Dinge an die Hand geben um einen Grund zu haben zu fotografieren.

#1 Ein Projekt

Grund Nummer eins ist ein Projekt. Und da kannst Du mehr machen als Du glaubst. Viele Fotografen bringen ein Buch heraus. Patrick Ludolph hat zum Beispiel „Seafarers“ geschrieben fotografiert. Stephan Wiesner ist am „Handwerker Projekt“ dran. Du musst kein Buch schreiben, aber blog doch über etwas. Eine Art Reportage. Über Deine Heimatstadt, einen besonderen Menschen aus deinem Umfeld, ein Hobbie, vielleicht gibt es in der nähe etwas mit Geschichte.

Eventuell kannst Du sogar mehrere kleine Projekte zu einem großen machen, zum Beispiel aus einer Reportage über ein Gebäude Deiner Stadt wird eine Art Zeitdokument der ganzen Stadt mit Streetfotografie, Portraits und Reporterbildern. Zu einem Hobby wie Fußball kommen Berichte über Deine Mannschaft, Geschichtliches und ein Besuch von Orten die mit dem Vereinsleben zu tun haben.

Wer weiß – vielleicht entsteht so sogar eine Publikation über Deinen Blog, Deine Webseite oder Deinen Instagram Kanal hinaus. Es ist zum Beispiel gar nicht so abwegig ein E-Book zu veröffentlichen, das geht auch über Amazon oder im Eigenvertrieb. Möglicherweise kannst Du sogar ein bisschen Einkommen generieren.

Challenges sind Super! Sie geben Dir Aufgaben und spornen Dich an. Du kannst sie sogar selbst gestalten – vielleicht hast Du ein paar Freunde, Lebenspartner oder in der Familie Leute die auch Lust haben Ihre Fotoskills zu verbessern. Du kannst es ganz einfach gestalten wie zum Beispiel die 365 Tages Challenge – jeden Tag ein Foto zu veröffentlichen. Das geht bequem via Instagram, 500px oder Flickr. Wichtig ist das Du es veröffentlichst, denn so stellst Du sicher das Du Dir mühe gibst und bist in der Lage Kritik für Dein Foto des Tages zu bekommen.

#2 Challenges

#52WiesnerWochen ist ein Projekt von Stephan Wiesner die etwas aufwändiger ist. Es geht darum ein Foto-Tagebuch zu erstellen und Deine Bilder einzukleben. In einer YouTube Playlist gibt Stephan Wiesner Dir für eine Woche eine Aufgabe. Fotografiere Deine Stadt, mache eine Langzeitbelichtung, Lern Dein Objektiv kennen und vieles mehr. Diese Aufgaben löst Du und klebst Dein Foto in Dein Buch. Dazu schreibst Du ein paar Zeilen – so lernst Du was und hast Antrieb fotografieren zu gehen.

Foto Battles sind auch eine gute Möglichkeit raus zu kommen. Triff Dich mit befreundeten (Hobby) Fotografen und starte einen Wettkampf um irgendein Thema. Architektur zum Beispiel. Gib eine Zeit vor und flitz durch die Stadt. Am Ende werden die Bilder verglichen und ggf. bewertet. Bei Hayden Pedersen ist sowas öfter auf YouTube zu sehen, und die Jungs haben Spaß dabei. Denk mal drüber nach.

#3 Inspiracles

Inspiracles ist ein Kartenset das Dir kleine Fotoaufgaben gibt. In einer Metallbox befinden sich 40 Aufgaben Karten wie Reflexionen, Light Painting, Macro und vieles mehr. Dazu kommen noch 8 Karten mit Tips und Tricks, Regeln, Hilfe. Es gibt verschiedne Sets, einmal die Klassischen Inspirationskarten, eine Olympus OMD Version, Oberstdorf und Baby + Kind. So kannst Du immer mal wieder eine Karte lösen und Dich inspirieren lassen.

Informationen gibt es auf inspracles.com

#4 Webseite, Blog oder ähnliches

Eine Webseite oder Blog zu starten bringt Dir natürlich ebenfalls ungeahnte Möglichkeiten fotografieren zu müssen. So wirst Du Themen finden wie zum Beispiel mein Artikel „Brennweite – der Versuch“ für den Du natürlich Fotomaterial erstellen musst. Auch ein „Making of“ kann wird Deine Leser interessieren. Vor allem kann Dir es langfristig Motivation bieten da Du mit Deiner Seite oder Deinem Blog wächst. Aufgaben kommen dazu, eigene Projekte, neue Methoden, Du willst was ausprobieren…

#5 Eine Bildergallerie

Was hältst Du von einer eigenen Ausstellung? Abwegig? Gar nicht. Zuhause kannst Du Ausstellen so viel, so oft und so lange Du willst. Gib ein paar Deiner Bilder in den Druck und hänge sie im Rahmen an die Wand. Abgesehen davon das Du selbst Dich an Ihnen erfreuen wirst, werden Deine Besucher Deine Werke betrachten und erstaunt sein was und wie Du fotografieren kannst.

Auch nicht zu verachten sind die Gespräche, die über – eigentlich alle Tips aus diesem Beitrag – entstehen können. Ein Besucher und Betrachter Deiner Bilder wird plötzlich sagen das es hier und da ein cooles Motiv gibt, Dich eventuell bitten auch mal Fotos von Ihr oder Ihm anzufertigen oder man schnackt generell über Fotografie. So entstehen neue Ziele, neue Ideen und Dein Pool an Möglichkeiten wächst.

Ich hoffe ich konnte Dir einige Anregungen geben Möglichkeiten zu finden Dich langfristig zu motivieren und Dich auszuprobieren. Am Ende wollen wir unsere Fotos ja irgendjemandem zeigen und ein bisschen Lob, Anerkennung oder Kritik erhaschen und das passiert nur wenn wir auch zeigen was wir können.

Brennweite – der Versuch

In meinem letzten Beitrag schrieb ich zum Thema Objektive etwas über die Brennweite. Nämlich wie sich der Bildwinkel des Fotos bei veränderter Brennweite variiert. Dazu hatte ich eine Grafik im Beitrag die ich gern im praktischen Versuch darstellen wollte. So nahm ich meine Objektive mit verschiedenen Brennweiten und habe das – wegen Regen – in der Wohnung ausgemessen.

Versuchsaufbau im Wohnzimmer. Erstmal alles mit Kreide vollkrikeln 😉

So sah der Versuchsaufbau aus: die Kamera auf das Stativ, auf 3,12m (Naheinstellgrenze der 105er Brennweite) davon mittig mein Blitzstativ als Mittelpunkt und dann habe ich bei den verschiedenen Objektiven geschaut bis wie weit man etwas am Bildrand sieht.

Natürlich ist das ganze etwas ungenau, da kein Labortest, aber dennoch sieht man deutlich wie sich die breite des sichtbaren Bereichs verändert. Gerade nach unten merkt man jeden Millimeter Brennweite, nach oben verändert es sich nicht ganz so drastisch:

Brennweiteabc
12mm291312427
16mm223312384
18mm191312366
30mm119312334
50mm70312320
50mm + Adapter67312319
70mm49312316
10534312314
21015312312

Die Länge a muss man natürlich verdoppeln, sprich auf 12mm Brennweite lässt sich etwas von 5,82m breite in 3,12m Entfernung fotografieren. Auf 50mm sind es dann nur noch 1,40m breite und auf 210mm nur noch 30cm. Die Zahlen der sprechen dafür das sich im Telebereich die Bildbreiten nur noch sehr wenig verändern (siehe 105 zu 210)

Auch interessant war das sich der Bildwinkel durch die Verwendung des Adapters (für mein Auto Revuenon 50mm) nicht viel auswirkt – lediglich 6cm fehlen in der Bildbreite – dafür das der Adapter doch schon 2-3 cm tief ist und das Objektiv so deutlich weiter nach vorne bringt.

Dieser Versuch lohnt sich einmal nachzustellen um ein Gefühl für die Objektive zu bekommen. Am besten geht es wenn Du Dir zwei Leute dazu nimmst, die Du rechts und links an den Bildrand delegierst. Dann ein Foto und die nächste Brennweite ausprobieren. Wenn Du Deine Ergebnisse dann mal hochrechnest – zum Beispiel bei einem Weitwinkel in der Landschaft wirst Du feststellen wie unglaublich viel Du auf das Bild bekommst – so habe ich bei 12mm fast das zweifache an Entfernung in der Breite, bei 30mm etwa 1:1 und bei 50mm ca. die hälfte in Breite der Entfernung.

Altgläser

Am Anfang rollt eine Welle großer Investitionen auf den Kamerainteressierten Menschen zu. Irgendwie reicht Dir das Kit-Objektiv hier und da nicht, Du möchtest andere Brennweiten, mehr Licht einfangen und überhaupt bist Du recht eingeschränkt mit dem was Du hast. Objektive müssen her, aber die sind oft teuer und bei einer Ausgabe von mehr als 300 – 400 € möchtest Du auch nichts falsch machen. Was also tun?

Festbrennweiten oder Zoomobjektive

Zuerst einmal stellt sich die Frage mit was genau man anfangen soll. Es gibt Festbrennweiten – die nur eine Brennweite haben. Es gibt Zoomobjektive die mehrere Brennweiten abdecken. Im Kleinbildbereich (Vollformat) zum Beispiel 24-70 mm (analog APS-C 16-50mm), 28-135mm, 70-200mm und die entsprechenden Äquivalenten im APS-C Bereich dazu. Ebenfalls bieten diese Objektive unterschiede in der Blende: Objektive mit durchgehender Blende 4 oder welche mit 3.5 – 5.6. Die Festbrennweiten bieten da oft größere Blendenöffnungen wie 2.8, 1.8. oder 1.4 an. Aber was willst Du denn nun?

Der Bildwinkel, Cropfaktor und Bildwirkung

Je nach Sensor ergibt sich ein anderer Bildwinkel per Brennweite. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht: Je kleiner die Brennweite desto größer wird der Bildwinkel. Heißt: Du bekommst mehr auf Dein Bild. Vergrößert sich die Brennweite bist Du näher dran. Probier es mal mit Deinem Kitobjektiv aus: Nimm die kleinste Brennweite (bei mir war es 16) und mach ein Foto, danach auf die größte – Du bist heran gezoomt und bekommst nicht mehr soviel auf das Bild.

Hier siehst Du wie sich der Bildwinkel verändert: Bei 12mm ergeben sich 88° Bildwinkel, bei 105mm nur noch 12°. Das Menschliche Auge kann zwar fast 180° wahrnehmen, jedoch nur um die 45° bewusst sehen. Daraus ergibt sich übrigens das (auf Vollformat) Brennweiten um 35mm – 50mm beliebt sind bei Reportagen, Presse und Dokumentation: Der Bildwinkel ist ähnlich wie dem des menschlichen Auges und das Bild wirkt realer.

Durch die geringere Sensorgröße einer APS-C Kamera gegenüber Vollformatkameras ergibt sich immer ein sogenannter Cropfaktor – meistens so um 1,5-1,6. Hast Du eine APS-C Kamera musst Du Deine Brennweite mit dem Cropfaktor multiplizieren um zu wissen welcher Brennweite Dein Objektiv dem „normalen“ Kleinbildobjektiv entspricht. Wichtig ist das weniger, Du solltest in etwa wissen das 16mm APS-C etwa 24mm Kleinbild entsprechen.

APS-CKleinbild
16mm24mm
24mm35mm
30mm50mm
56mm85mm

In der Tabelle siehst Du die wichtigsten Brennweiten für APS-C und Kleinbildkameras. Wichtig zu wissen ist: Unter 50mm befinden wir uns im Weitwinkelbereich, Oberhalb im Telebereich. Landschaft, Architektur, Indooraufnahmen nehmen wir im Weitwinkel auf, Portraits und sachen die weit weg sind im Tele. Und alles andere versuchen wir mit 50mm.

Verwirrend? Ja Klar!

Das sind nun einige Infos die Dich nicht zwingend weiter bringen. Was sollst Du denn nun kaufen? Die meisten Fotolehrer, Youtuber und Fotografen raten zu 50mm Festbrennweite. Gern Lichtstark, das heißt 1.8 Blende oder ähnlich. Das hat auch Sinn. Denn mit einer Festbrennweite fotografierst Du anders, bewusster. Du hast kein Zoom mehr á la „Ich zoome mal raus, weil es passt nicht auf’s Bild“ – Du wirst Dich bewegen. Und das ist gut.

Und nun spanne ich den Bogen zur Überschrift: Du bekommst alte Objektive sehr günstig bei Ebay und Ebay Kleinanzeigen. Schau Dich mal auf der Seite Altglas-Container um. Dort findest Du einen Haufen Infos und Beispielbilder zu alten Objektiven. Such Dir dort etwas aus und schau mal auf Ebay ob Du fündig wirst: Ich habe mir z.B. das Auto Revuenon MC 50mm 1.4 für – ich glaube 40€ bei Ebay gekauft. Dazu habe ich noch ein Soligor 24mm 2.5 gefunden. Mit einem Adapter (bei mir Pentax K auf Sony E Mount) kann man diese alten Gläser auf aktuelle Kameras adaptieren.

Zum Vergleich: Mein Sigma 16mm 1.4 hat um die 350 € gekostet. Natürlich: Neue Linse, sehr scharf, Autofokus, wenig Gegenlichtprobleme – aber hey: Früher gab es diesen ganzen Schnick Schnack auch nicht und manuelles Fokussieren schult Deine Foto-skills. Und um andere Brennweiten zu testen: ideal, oder?

Wenn Du also auf moderne Technik verzichten kannst, Dich schulen möchtest, den Charme von alten Objektiven, die Retro- Farb- und Kontrastwiedergabe magst, dann probier das. Mit einem Adapter kannst Du oft unter 100 € tolle Objektive erstehen. Und wenn Du dann feststellst: 24mm ist genau meine Brennweite die ich gerne nutze – dann kannst Du immer noch 400€ für ein Objektiv mit Autofokus, Bildstabi und superscharfer Linse investieren.

Motivsuche im Januar

In der dunklen Jahreszeit fällt es vermeintlich schwer etwas zum fotografieren zu finden: zu dunkel, zu nass, zu schäbbig und außerdem keine Lust raus zu gehen. Oft sitze ich zuhause und überlege was man denn wohl fotografieren könnte und verfalle schnell in schlechter Laune weil sich einfach kein passendes Motiv finden lässt. Das muss aber nicht so sein, denn auch in der kalten Jahreszeit lässt sich durchaus fotografisch etwas machen.

Nachtfotografie

Im Winter haben wir glücklicherweise viel Nacht was es ermöglicht schon früh losziehen zu können um beleuchtete Gebäude, Sterne oder Cityscapes zu fotografieren. Auch das Rauschverhalten des Sensors sollte etwas besser sein, da es meistens frische Temperaturen hat. So werden lange Belichtungen schöner. Also schonmal die Augen aufhalten wo sich schöne Aussichtspunkte befinden können.

ILCE6400 16mm Sigma Contemporary f/1.4 30″ bei ISO 100

Das obige Bild habe ich gegen 20:00 Uhr am Idaturm in Bückeburg aufgenommen. Eigentlich wollte ich schauen ob ich auf den Turm kann um ein Cityscape von oben zu fotografieren. Leider ist der Turm Nachts verschlossen. Auch den Turm an sich mit Sternenhimmel konnte ich nicht fotografieren da sich an der Gaststätte am Turm grelle Lichter befinden. Trotzdem konnte man den Nachthimmel fotografieren und die Lichter der Stadt durch die Bäume sehen. Den Idaturm findest Du hier:

Spiegelungen

Wo Wasser und Licht zusammen kommen entstehen schöne Spiegelungen. Und gerade Nachts, wo man länger Belichtet wird das Wasser schön glatt gezogen, wodurch die Spiegelung noch klarer und schöner erscheint. Hier war ich am Neuen Rathaus in Hannover. Hinter dem Rathaus befindet sich ein kleiner See, von dem aus man das Rathaus schön einfangen kann.

ILCE6400 mit Sigma 16mm Contemporary f/8 8″ bei ISO 100

Du kannst hier ziemlich direkt an der Culmannstraße parken und von dort direkt zum See gehen. Direkt gegenüber des Rathauses ist eine kleine Terrasse von der aus man Prima geradeaus rüber fotografieren kann.

Leuchtspuren

Was man ebenfalls gut machen kann sind Leuchtspuren von Autos, Bussen, Zügen und allem was sich mit Licht bewegt. Suche Dir eine befahrene Straße, eine Kreuzung an der Straßenbahn fährt, einen Bahnhof oder sonstige Verkehrsknotenpunkte und belichte lange. Das folgende Bild habe ich ja schon im Blog gezeigt:

ILCE6400 mit Samyang 12mm f/8 30″ bei ISO 100

Hierbei musst Du etwas experimentieren – da sich bewegenden Lichter nur kurz durch das Bild fahren wird die Umgebung schnell heller als die Lichter. Je nach dem ob nun ein oder mehrere Fahrzeuge durch das Bildfahren musst Du schauen wie lang Du belichtest. Eventuell können Dir ND Filter helfen die Belichtungszeit zu verlängern ohne das Du zu viel Licht einfängst.

Du siehst – auch in der dunklen, kalten Jahreszeit ist einiges machbar. Einfach die Kamera und ein Stativ einpacken, warm anziehen, vielleicht eine Thermoskanne warmen Tee mitnehmen und Spaß haben. Gerade das experimentieren mit den Belichtungszeiten macht Spaß und hilft Dir Dich fotografisch zu verbessern. Hier sieht man ganz genau wie sich das Verhältnis von offener Blende und Belichtungszeit auswirkt. Ich hoffe ich konnte Dir helfen Dich zu motivieren Nachts raus zu gehen und etwas schönes zu fotografieren.

aller Anfang ist schwer

Ich weiß gar nicht mehr warum ich anfangen wollte zu fotografieren. Angefangen hat es wohl Weihnachten 19.. Irgendwann Anfang der Neunziger. Als ich eine Minolta Riva GT geschenkt bekam. Als Kind mit Interesse an Lego, C-64 und „mit dem Knüppel durch den Wald laufen“ konnte ich natürlich nicht viel damit anfangen. Mein Vater dachte wohl ich sollte mal etwas kreativ sein. Ich kann gar nicht sagen ob es viele Filme zum entwickeln geschafft haben.

Später, 2009/2010 kaufte sich Opa eine neue Spiegelreflexkamera, die EOS 50D von Canon womit die alte Canon EOS 300D zur Disposition stand und die ich dann Schlussendlich mit dem Kit-Objektiv 18-55 abstaubte. Hiermit probierte ich zwar etwas herum, der große Spaß stellte sich allerdings nicht so recht ein.

die alte EOS und die Minolta stehen noch im Regal

Viel ungenutzter Elektroschrott

Zwischendrin gab es noch eine Samsung und zwei Casio’s – Kompakte Kameras für die Hosentasche – die Smartphones waren noch nicht geboren und Schnappschüsse musste man zur damaligen Zeit mit einer Kompaktkamera erledigen.

Erst als ich etwa 2018 durch ein paar Leute im Internet Lust bekam zu fotografieren war klar: Der Onkel braucht aktuelle Hardware. Heiß empfohlen war die Sony a6000, günstig zu haben da sie bereits seit 2014 auf dem Markt war, aber dennoch auf dem Stand und absolut ausreichend für den Anfang.

Ich beschäftigte mich also ab 2018 mit der technischen Seite des Fotografierens. Blende, Belichtungszeit, ISO, Brennweite – das Zusammenspiel der Werte, experimentierte etwas herum aber kam trotz allem nicht über Schnappschüsse heraus. Mich beeindruckten zwar manche Fotos von guten Fotografen, die technische Seite konnte ich mir nun ableiten – aber. Nun ja. Aber.

Ich beginne zu fotografieren statt zu knipsen

In meiner Recherche zur Sony a6000 stolperte ich immer wieder über Stephan Wiesner im Internet, ein Fotograf aus Bern, der viel aus der a6000 rausholte. In seinen Videos auf YouTube zeigte er eine Menge cooles Zeug das er mit der a6000 fotografiert hat. Mein „Aha Erlebnis“ war sein Bild der Milchstraße in den Schweizer Alpen und ich dachte „Boah! Wenn das mit der kleinen Sony geht musst Du das probieren“

Stephan Wiesner ist mit der a6000 im Gepäck den Berg hoch, hatte das Samyang 12mm Objektiv dabei und schaffte es die Milchstraße in all Ihrer Schönheit abzulichten. Ich selbst hatte nur das Kit Objektiv der Sony (SELP1655) aber meine Motivation war nicht zu stoppen. Im August 2019 bin ich dann Nachts los, baute mein Stativ auf und hielt auf 16mm 30 Sekunden lang offenblendig in den Nachthimmel. Bämm! Treffer. Leider qualitativ Müll da ISO 1600 doch stark rauscht (mehr dazu an anderer Stelle) aber immerhin.

erster Versuch Milchstraße am 26.08.2019: f/3.5 30″ bei ISO 1600

Ende August dann Versuch 2 – bei den Extersteinen. Hier habe ich dann mehrere Bilder angefertigt um auch etwas im Vordergrund zeigen zu können. Leider waren sind meine Bildbearbeitungskenntnisse nicht so ultra das ich das gut hätte machen können. Aber immerhin: Ich war dem Ziel ein vernünftiges Foto machen zu können einen deutlichen Schritt näher. Allerdings waren hier die Lichtverschmutzungen höher und ich konnte die Milchstraße nicht so sauber heraus arbeiten.

Milchstraße über den Externsteine – Vordergrund + Hintergrund mit Affinity Photo gemerged

Sich ein Ziel suchen und darauf hin arbeiten

Such Dir ein Ziel(Foto) und versuch es. Am Anfang – finde ich – ist es recht schwer – Motive und Ideen zu finden. Mir persönlich hat es Aufschwung gegeben Bilder zu suchen die mir gefallen. Ich suche mir oft Anregungen bei 500px.com. Dazu nutze ich meistens die Suche: Ich gebe einfach einen Ort ein, der für mich erreichbar ist, wohin es mich im Urlaub verschlagen wird oder was auch immer ich dort zu tun habe. Meistens findet man dort auch heraus wo sich das Motiv befindet – oder man muss noch etwas googlen.

Oft stehen Kameraeinstellungen dabei. Brennweite, Blende, Belichtungszeit… letzteres ist meistens eher nebensächlich und sowieso abhängig von vorhandenem Licht, Uhrzeit, etc. Die Brennweite ist für die Bildsprache schon wichtiger. Dazu werde ich aber noch mal einen Artikel schreiben.

Zu den Externsteinen werde ich noch mal fahren, denn das Zielfoto ist noch nicht fertig. Inzwischen habe ich auch das Samyang 12mm Objektiv, es ist deutlich Lichtstärker als das Kit-Objektiv mit dem die Aufnahmen oben entstanden sind. Ich denke auch dazu wird es dann noch mal einen Artikel geben.

Suche und Ergebnisse auf 500px.com

Wie dem auch sei, die Message ist klar: Fang einfach an! Der Trick ist, glaube ich, ein Bewusstsein für Fotos zu entwickeln. Und nur durch Übung und Training erreicht man ein Händchen dafür

Fotografie ist ein Handwerk das man lernen kann.

Stephan Wiesner

Und ein anderer, unbekannter, sagte mal „die ersten 10.000 Fotos sind die schlechtesten“ Ganz so krass würde ich das nicht sagen, aber am Anfang drückt man doch erstaunlich oft den Delete Button an der Kamera oder schiebt sie auf dem Computer in den Papierkorb. Und kommt mit einem, vielleicht zwei Bildern nach einer Fototour nach Hause die einem gefallen.

Das ist OK. Du freust Dich umso mehr über ein (für Dich) gelungenes Bild. Und nun raus mit Dir!

Ich starte heute mal…

… wieder mit WordPress. Mit lernen. Mit fotografieren. Mit bloggen, mit allem was dazu gehört um dem fotografieren einen weiteren Sinn zu geben, außer das man tolle Bilder auf der Festplatte hat oder sie in den sozialen Medien verwurstet. Einige meiner Bilder habe ich auf 500px hochgeladen – so eine art Portfolio.

Wozu dieses Blog wo es doch schon so viele Blogs gibt?

Ich glaube das soll im eigentlich fast nur mir dienlich sein. Um das, was ich meine gelernt zu haben, einmal zu Papier Pixel zu bringen. Ich poste meine Fotos zeit ein paar Wochen auf 500px.com und das ist mir zu wenig.

Nicht falsch verstehen, 500px ist großartig. Allerdings mehr so ein Instagram für Leute die fotografieren können. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: es ist halt nur ein Instagram für Leute, die fotografieren können.

Mir schwebt allerdings vor etwas mehr zu meinen Fotos zu publizieren, da ich damit beginnen möchte Fotos zu planen. Gezielter zu fotografieren, gekonnter zu fotografieren und erfolgreicher zu fotografieren. Dazu gehört meiner Meinung nach nicht nur ein Bild zu erhalten mit „50mm f/1.4 1/60″ ISO 200“ sondern auch etwas Planung, Idee, „behind the Scene“, und ein paar Sätzen wie

  • bin ich zufrieden?
  • hab ich was gelernt?
  • was kann ich besser machen?
  • etc.

Zudem würde mich Deine Meinung interessieren. Denn wenn man weg will vom „Schnappschüsse für das Familienalbum“ zu „Ernsthaften Fotografien“ sollte idealerweise ein Foto mehreren Leuten gefallen. Das probieren wir aus!

Also. Nach und nach, wenn ich dieses „WordPress Ding“ wieder beherrsche (ist schon ein paar Jahre her, als ich ernsthaft damit gearbeitet habe) und ich Zeit und Muße finde (ich mach mir da keinen Druck – vergiss es) werden hier ein paar Blogeinträge und vielleicht ein paar Seiten entstehen die Du Dir ansehen kannst und vielleicht auch etwas davon gebrauchen kannst.

Viel Spaß 😉